Rente garantiert? - Ist die Rente noch garantiert? Diese Frage stellt sich bereits seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts und ist heute aktueller denn je. Antworten auf die Rentenfrage.


Ist die Rente noch garantiert?

Diese Frage stellt sich bereits seit den 70er Jahren des 20. Jahrhunderts und ist heute aktueller denn je. Immerhin vergeht kaum ein Tag, an dem nicht aus irgendeiner Ecke zu hören ist: Den Berufsanfängern blüht nur noch eine Grundversorgung, die keineswegs zum Lebensunterhalt ausreicht. Aber auch die Älteren sollten sich Gedanken machen - mehr noch als die Jüngeren, da diesen nicht mehr soviel Zeit bleibt, um ein entsprechendes Kapital anzusparen.

Alles Bangemache aus den Lagern der Allfinanzdienstleister? Wollen die damit nur neue Klientel auftun, um sich die Taschen zu füllen?

Fakt ist, dass die Rente auf dem Gesetz der Reichsverordnung (RVO) von 1911 basiert. Und da war alles noch ganz anders als heute, 100 Jahre später. Schauen wir uns den so genannten Lebensbaum von 1910 an, dann glich er damals noch einer stattlichen Tanne.

Der sogenannte Lebensbaum seit 1910 mit der Rentnerstruktur damals und heute.

Es leuchtet ein, dass viele junge Menschen ganz leicht wenige alte ernähren konnten. Seit einiger Zeit jedoch wird das Heer der rüstigen Rentner immer größer. Gleichzeitig gehen die Geburtenraten zurück. Der Generationsvertrag funktioniert also nicht mehr, die Finanzierung der Rente scheint nicht mehr gesichert. Das Geld, das in die Rentenkassen fließt, reicht bei weitem nicht aus, um die Renten der Pensionäre zu bezahlen, weshalb die Rentenkasse auch vom Bund mit Milliardenzuschüssen aufrecht erhalten wird. Da sich die Situation einer Prognose zufolge noch verschlimmern wird (siehe Lebensbaum 2040), sind weitere Beitragserhöhungen bei gleichzeitiger Rentenkürzung unumgänglich.

Wen das immer noch nicht zum Nachdenken anregt, weil er aus Berlin regelmäßig eine zufrieden stellende Übersicht bekommt, sollte einmal weiter denken. Explodierende Preise im Lebensmittel- und Energiebereich zeugen von einer nahezu beängstigenden Situation. Die Inflationsraten steigen, manche befürchten gar eine weltweite Rezession. Bei einer Inflationsrate von 3,5% verdoppeln sich die Preise in 25 Jahren. Wer nun sagt, er bekommt später einmal 1500 € Rente, und das sei ausreichend, der sollte nicht vergessen, dass sich die Kaufkraft bis dahin um den Faktor 5 (!) reduzieren kann.

Kaum jemand ist heute noch blauäugig genug um zu behaupten, dass er sich allein auf die gesetzliche Rente verlassen kann. Daher tritt immer häufiger das Drei-Säulen-Modell auf, das die Altersversorgung eindrucksvoll verbildlicht. Die Altersversorgung wird im nachfolgenden Bild durch das Dach dargestellt.

Die mittlere Säule steht für die gesetzliche Altersvorsorge. Sie bröckelt vor sich hin.

Die mittlere Säule steht für die gesetzliche Altersvorsorge. Sie bröckelt vor sich hin, und wenn sie nicht durch zwei weitere Säulen gestützt würde, könnte von Altersvorsorge keine Rede mehr sein. Das Dach bräche ein. Die linke Säule verkörpert die betriebliche Altersvorsorge, aber das, worauf es ankommt, ist durch die grüne, rechte Säule dargestellt. Die private Vorsorge nämlich. Wen das überzeugt, der würde sicher gerne wissen, wie er denn am geeignetsten sparen kann. Der Kapitalbedarf für eine Altersvorsorge errechnet sich nach folgenden Prinzipien:

Es muss klar sein, wie hoch die Wunschrente bei Renteneintritt sein soll. Wir gehen dabei von den Auszahlungen aus der privaten Altersvorsorge aus und vernachlässigen die Almosen aus der gesetzlichen Rentenversicherung als Taschengeld. Die Wunschrente wird mit 200 multipliziert. So erhalten wir für eine Wunschrente von 1000 € ein Kapital von 200.000 €.

Wunschrente x 200 = Rentenkapital


Da sich, wie bereits gesagt, die Preise in 25 Jahren in etwa verdoppeln, muss auch der errechnete Betrag noch verdoppelt werden, in unserem Beispiel auf 400.000 €.

Nun kommt es darauf an, wie alt Sie sind. Je später Sie anfangen, um das gewünschte Kapital anzuhäufen, desto mehr müssen Sie monatlich zurücklegen. Dabei arbeitet die Zeit gleich zweifach gegen Sie, denn erstens müssen die monatlichen Sparraten höher sein, weil bis zum 65. Lebensjahr weniger Monate zur Verfügung stehen, und zweitens ist der Zinseszinseffekt niedriger als bei längeren Sparzeiten. Wie sich das bei 10% Zinsen p.A. auswirkt, sehen Sie in den nachfolgenden Beispielen. Die angenommenen 10% sind übrigens ein realistischer Wert, wenn in volatilen Aktienfonds gespart wird. Auch dabei ist es sehr sinnvoll, möglichst viel Zeit zum Sparen zu haben.

  • Sind Sie heute 55 Jahre alt? Dann gilt für Sie: Bei 10 Jahren Sparzeit bis zur Rente müssen monatlich 1.984 € aufgebracht werden.


  • Ein 47-Jähriger, der bereits bis 67 arbeiten darf, hat noch 20 Jahre Sparzeit bis zur Rente vor sich und muss monatlich nur noch 552 € abknapsen.


  • Bei 30 Jahren Sparzeit bis zur Rente verringert sich der monatliche Sparbetrag bereits auf 192 €.


  • Jugendliche, die noch 40 Jahre Sparzeit bis zur Rente vor sich haben, müssen auf monatlich 71 € verzichten.


  • Und wer gerade die Schule verlässt und noch 50 Jahre Sparzeit bis zur Rente hat, muss monatlich 27 € nebenhin legen.


  • Sollten Eltern oder Großeltern ihrem neugeborenen Sproß etwas Gutes tun wollen und bereits bei der Geburt mit dem Sparen loslegen, dann sind bei 70 Jahren bis zur Rente monatlich nur noch mickrige 4 € einzuzahlen. Hier stellt sich allerdings die Frage, ob nicht gleich 50 € gespart werden sollten, denn damit werden in 50 Jahren satte 736.000 € angeschaufelt. Dem Kind kann es damit später einmal egal sein, ob das Renteneintrittsalter manipuliert wird oder nicht, denn erhöht es später einmal den Sparbetrag auf 100 €, kommen noch mal 104.000 € hinzu. Damit kann bei monatlich 2000 € Auszahlung mal locker 5 Jahre früher zuhause geblieben werden.
Wer die Rente der gesetzlichen Altersvorsorge in die Berechnung mit einbeziehen will, kann das natürlich tun. Damit verringern sich die monatlichen Ansparraten entsprechend.

Nachdenken lohnt sich, denn die Renten sind (alles andere als …) GARANTIERT!



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Tags:
Rente, garantiert, Altersvorsorge, Wunschrente, Jahre


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